Quo vadis, Birgit Prinz?
Sie ist der Star des deutschen Damenfußballs – Birgit Prinz. Und auch international gehört sie zu den ganz großen ihres Sports. 128 Tore konnte sie in ihren bisherigen 214 Länderspielen erzielen und führt seit mehreren Jahren die Nationalmannschaft als Spielführerin auf das Feld. Doch jetzt wird Birgit Prinz zum Problem für Nationaltrainerin Silvia Neid, denn sie trifft nicht mehr.
Was nun, Frau Neid?
Das, was die Stürmerin seit Jahren ausgezeichnet hat, ist ihr schon vor längerer Zeit abhandengekommen. Seit 343 Minuten ist Prinz mittlerweile ohne Tor, in den letzten zehn Partien wurde sie jedes mal vorzeitig vom Feld genommen. Negativer Höhepunkt war das Spiel gegen Nigeria, in dem schon nach 52 Minuten Schluss war, was folgte, lässt sich nur als notdürftig unterdrückter Wutausbruch bezeichnen. Nun stellt sich die Frage, wie es mit der deutschen Rekordnationalspielerin weitergeht. Nach jedem torlosen Spiel wurde die Kritik lauter, und während sie im Vorfeld der Weltmeisterschaft von Neid noch ignoriert werden konnte, ist der mediale Druck inzwischen so groß, dass dies nicht mehr möglich scheint. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land zeigt den Fußballfrauen auch die negativen Seiten der schönen Profiwelt. Massive Präsenz von Fernsehen, Radio und anderen Medien garantieren zwar maximale Sponsoreneinnahmen und große Popularität, allerdings baut sie ebenfalls großen Druck auf. Auch Silvia Neid wird sich diesem beugen müssen und das heißt, keine Tore, kein Stammplatz! Denn einen Misserfolg bei der Heimweltmeisterschaft können sich weder DFB noch Bundestrainerin leisten. Und obwohl die deutsche Mannschaft bereits die Gruppenphase überstanden hat, waren doch deutliche Defizite sichtbar. Vor allem der sonst so starke Sturm um Birgit Prinz enttäuschte. Um im Viertelfinale nicht auf die starken Japanerinnen zu treffen, muss im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich ein Sieg her.
Zeit also etwas zu verändern und es ist zu befürchten, dass Neid, trotz ihrer bisherigen Verdienste, im Spiel gegen Frankreich auf Prinz verzichten wird. Unlängst verkündete die Bundestrainerin: “…nur die momentane Form zählt”. Harte Zeiten für Birgit Prinz!