Deutschland auf Kurs
Gruppensieg für die deutsche Elf. Nach dem 4-2 Sieg gegen Frankreich trifft die Mannschaft von Silvia Neid nun im Viertelfinale auf die starken Japanerinnen, die, etwas überraschend, England im Duell um den Gruppensieg unterlagen. In einer jederzeit spannenden Partie hatte Deutschland lange Schwierigkeiten, konnte sich aber dennoch verdient durchsetzen. Wie erwartet musste Spielführerin Birgit Prinz das Match von der Bank aus erleben.
Gute erste Hälfte
Das Spiel begann schleppend und war von einer hohen Fehlerquote und viel Nervosität auf beiden Seiten geprägt. Die französische Mannschaft stand kompakt und ließ wenig Chancen zu. Eher überraschend fiel dann auch das erste Tor der Partie. Wie schon im Eröffnungsspiel war es Kerstin Garefrekes, die für die wichtige Führung sorgte. Nach einem langen, diagonal getretenen Freistoß von Babett Peter setzte sich die groß gewachsene Garefrekes gegen ihre Kontrahentin durch und köpfte von der Ecke des Fünfmeterraumes ins lange Eck ein. Nun hatte Deutschland das Spiel besser im Griff und konnte nur sieben Minuten später die Führung auf 2-0 ausbauen. Laudehr setzte sich sehenswert auf der linken Seite durch, flankte butterweich und fand in der Mitte, die für Birgit Prinz spielende, Inka Grings. Die konnte, völlig alleine gelassen, mit einem wuchtigen Kopfstoß die französische Torhüterin überwinden. Bis zur Halbzeit lief das Spiel ohne nennenswerte Szenen weiter. Bei den Französinnen kam nach der Pause Marie-Laure Delie ins Spiel und stand schnell im Blickpunkt.
Probleme bei hohen Bällen
Nach einem Eckball in der 56. Minute konnte die Spielerin vom HSC Montpellier unbedrängt den Anschlusstreffer erzielen. Die deutsche Hintermannschaft machte dabei keine gute Figur und hielt respektvoll Sicherheitsabstand. Zehn Minuten Später folgte der erste Elfmeter dieser Weltmeisterschaft. Die französische Torhüterin Sapowicz hatte Bajramaj unsanft von den Beinen geholt und musste wegen dieser Notbremse das Spielfeld verlassen. Inka Grings verwandelte den fälligen Strafstoß. Dennoch kehrte keine Ruhe in das deutsche Spiel ein und die Französinnen konnten nach einem erneuten Eckstoß wieder herankommen. Es hätte sogar noch zum Ausgleich kommen können, doch Abily verzog. Die deutsche Elf kam anschließend wieder besser ins Spiel und dominierte bis zum Abpfiff. Eine Minute vor Ende traf Okoyino da Mbabi freistehend zum 4-2 Endstand. Insgesamt zeigte die deutsche Mannschaft eine wesentlich bessere Leistung als in den Spielen zuvor, lediglich die Defensivschwäche bei Standards bereitet sorgen. Gegen die klein gewachsenen Japanerinnen sollte dies nicht zum Problem werden, doch in einem möglichen Halbfinale gegen die USA besteht höchste Gefahr.