Deutsches Aus und Elfmeterroulette
Ein Wochenende voller Überraschungen und Spannung. Titelanwärter Deutschland scheitert an den hohen Erwartungen und verabschiedet sich mit einer schwachen Leistung aus dem Turnier im eigenen Land. Die USA setzen sich in einem dramatischen Spiel zweier Favoriten gegen Brasilien durch. Schweden gibt sich gegen die Überraschungsmannschaft der Vorrunde, Australien, keine Blöße und England scheiterte mal wieder vom Elfmeterpunkt.
Deutschland scheitert
Der Traum der deutschen Mannschaft ist endgültig geplatzt. Nach teilweise wenig überzeugenden Auftritten in der Vorrunde, scheiterte die Mannschaft mit 0-1 an Japan. Hohe Erwartung, Brüche in der Mannschaft, Arroganz, die deutsche Elf ist vor allem an sich selbst gescheitert und konnte während der gesamten 120 Minuten keine Dominanz aufbauen. Während die Mannschaft in der ersten Halbzeit noch besser war als die Japanerinnen, legten diese in der zweiten Hälfte zu und erzwangen die Verlängerung, die vor allem vom Kampf geprägt war. Mit einem Tor in der 108. Minute entschied Maruyama das Spiel. Vor allem Silvia Neid muss sich nun einige unangenehme Fragen stellen lassen. Warum brachte sie Popp erst so spät und Prinz überhaupt nicht? War es richtig die Spielerinnen bereits Monate vor dem Turnier zu sieben kraftraubenden Lehrgängen zusammen zuziehen? Warum wurde Birgit Prinz mitten im Turnier demontiert? Und warum holte Neid nach der Niederlage zum Rundumschlag aus, vergaß aber sich selbst in die Kritik mit einzubeziehen? All dies wird nun geklärt werden müssen, denn das Ausscheiden wird dem Frauenfußball in Deutschland langfristig schaden. Mit dem Viertelfinalaus wurde nämlich auch die Qualifikation für Olympia 2012 verpasst.
Schweden ohne Probleme
Besser machte es da Schweden, die souverän in die nächste Runde einzogen und ihre Gegnerinnen aus Australien größtenteils dominierten. Schnell ging Schweden mit 2-0 in Führung, bevor Australien kurz vor der Halbzeit mit der ersten gefährlichen Aktion zum Anschlusstreffer kam. Nach einem katastrophalen Rückpass erzielte Schelin jedoch das 3-1 und machte den Sieg somit perfekt.
Dramen im Elfmeterschießen
Dass auch die englischen Damen Probleme mit dem Elfmeterschießen haben, zeigte sie im Spiel gegen Frankreich. Nach einer schwachen ersten Halbzeit drehte England nach der Pause auf und kam in der 59. Minute zum 1-0. Erst in der 88. Minute konnte Frankreich ausgleichen und sich so in die Verlängerung retten, in der jedoch wenig passierte. Nachdem sowohl Abilys als auch Rafferty vergeben hatten, scheiterte Faye White an der Latte und besiegelte das Aus der Engländerinnen.
Auch im Spiel der Favoritinnen musste das Elfmeterschießen die Entscheidung bringen. Die 120 Minuten zuvor waren jedoch Dramatik pur. Bereits nach wenigen Minuten gingen die USA nach einem Eigentor in Führung. In der 66. Minute brachte Buehler Marta im Strafraum zu Fall und musste wegen der Notbremse das Feld mit Rot verlassen. Den fälligen Elfmeter hielt Hope Solo – dachten alle, doch der Strafstoß wurde wiederholt, Marta traf. In der Verlängerung schoss Marta Brasilien dann in Führung. Erst in der 122. Minute konnten die US-Girls ausgleichen. Im Elfmeterschießen wurde Solo dann zur Heldin als sie den Elfmeter von Daiane hielt.