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Das bewegende Leben der Fatmire Bajramaj

Fußballer gelten gemeinhin als langweilig. Klar, sie stehen im Rampenlicht und verfügen nicht selten über ein großes Vermögen. Doch reicht das, um interessant zu sein? Viele von ihnen haben der sportlichen Karriere alles untergeordnet. Abseits des Platzes erleben sie nicht viel, heißt es. Tiefsinnige Gespräche mit den Spielern sind daher oft eine Seltenheit. Etwas anders sieht das bei Fatmire Bajramaj aus. Ihr Leben ist es wert, betrachtet zu werden.

Zwischen Jugoslawien und Deutschland

Als Fatmire Bajramaj 1988 geboren wurde, war Jugoslawien noch ein selbstständiger Staat. Jedoch auch einer, der in viele Regionen unterteilt war, die sich nicht selten nur durch ihre gegenseitige Abneigung verbunden fühlten. Politische Aktivitäten und Veränderungen bestimmten die Zeit in den ersten Lebensmonaten der kleine Fatmire. Der eigenständige Status der Heimatprovinz Kosovo wurde aufgehoben. Die Region gehörte fortan zur serbischen Zentralverwaltung, die durch ergebene Parteikollegen Slobodan Milosevics geführt wurde. Die Familie Bajramaj flüchtete daraufhin. Im deutschen Remscheid ließ sie sich nieder. Hier erlernte Fatmire auch das Fußballspiel.

Soldatin, Hobbyautorin und ein aufgehender Stern am Fußballhimmel


Auch Fatmire Bajramaj strebte neben ihrer Profikarriere ein zweites Standbein an. Die Ausbildung zur Steuerfachangestellten beendete sie jedoch nicht. Ein großes Wagnis in einer Welt, in der nur die besten Fußballspielerinnen von ihrem Beruf leben können. Bajramaj schloss sich jedoch der Sportfördergruppe der Bundeswehr an. Den Werdegang als Spitzensportlerin kann sie hier ungestört angehen. Mit ihrem bisherigen Leben hat sich die sympathische Stürmerin zudem in einer Autobiografie beschäftigt. Hier schildert sie ihren Aufstieg in die Riege der weltbesten Fußballerinnen. Doch scheint dieser Weg noch nicht beendet. Bajramaj steht gerade am Anfang ihrer Karriere und gilt bereits heute als künftiger Topstar des Sportes.

Eine kleine Sammlung großer Ehrungen

So jung die sportliche Laufbahn der Fatmire Bajramaj auch sein mag, sie kann bereits einige Titel vorzeigen. Das mögen zwar noch relativ wenige sein, doch die Qualität dieser ist schon jetzt beachtlich. So wurde Bajramaj, die zunächst von Duisburg nach Potsdam wechselte, in der brandenburgischen Landeshauptstadt zweimal zum Deutschen Meister und einmal zum Deutschen Pokalsieger gekürt. International errang sie die Championsleague sowie deren Vorgänger, den sogenannten Women’s Cup. In der Nationalmannschaft durchlief sie alle Jugendteams, ehe die damals 17jährige im Jahre 2005 gegen Schottland im A-Kader debütierte. Hier ist sie seitdem nicht mehr wegzudenken. So hatte auch Bajramaj ihren Anteil am Weltmeistertitel 2007 sowie der Europameisterschaft 2009. Mittlerweile gilt sie als Imageträgerin des Frauenfußballs und als eine der besten Spielerinnen. Ob sie es ganz nach oben schafft? Einem derart bewegten Leben wäre auch das zu wünschen.


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